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Preis und Handwerk: Was gutes Brot teuer macht

Der Preisunterschied zwischen handwerklichem Brot und Ware aus schneller Herstellung erklärt sich aus wenigen Faktoren: Arbeitszeit, Reifezeit, Rohstoffe, Energie und das, was übrig bleibt. Der größte davon ist die Zeit. Sie ist zugleich der einzige Faktor, der nicht ersetzt werden kann, ohne dass sich das Erzeugnis verändert. Wer verstehen will, warum Brot kostet, was es kostet, muss dort ansetzen.

Zeit ist der größte Posten

Ein Teig, der über Nacht geführt wird, belegt Platz, braucht Kühlung und bindet Kapital, ohne dass in dieser Zeit etwas passiert, das man abrechnen könnte. Er zwingt außerdem zur Planung einen Tag im Voraus und nimmt dem Betrieb die Flexibilität, kurzfristig nachzuschieben. All das kostet, und zwar unabhängig davon, wie viel am Ende verkauft wird. Ein schnell geführter Teig hat diese Kosten nicht. Der Preisunterschied ist damit in erster Linie ein Zeitunterschied.

Arbeitszeit und Personal

Handwerkliches Backen ist Handarbeit von Menschen mit Ausbildung, und zwar zu Zeiten, zu denen andere schlafen. Teige werden von Hand aufgearbeitet, Brote geformt, eingeschnitten, beobachtet. Das dauert und lässt sich nicht beliebig beschleunigen. Personal ist deshalb in einer Backstube der größte einzelne Kostenblock. Wo Ware maschinell aus vorgefertigten Teiglingen entsteht, entfällt genau dieser Teil, und deshalb ist sie günstiger. Der Unterschied im Preis ist zu großen Teilen ein Unterschied an bezahlter Arbeitszeit.

  • Reifezeit: Platz, Kühlung, Planung, gebundenes Kapital
  • Arbeitszeit von ausgebildeten Fachkräften, nachts
  • Rohstoffe: Mehlqualität, Herkunft, besondere Getreide
  • Energie für Öfen und Kühlung
  • Ausschuss und Ware, die übrig bleibt
  • Sortimentsbreite und Sonderanfertigungen

Die Rohstoffe

Mehl ist im Verhältnis der kleinere Posten, aber er ist nicht unerheblich, wenn ein Betrieb auf Qualität, Herkunft oder besondere Sorten achtet. Ein Mehl von einer kleinen Mühle, aus geprüftem Anbau oder aus einer Sorte mit geringerem Ertrag kostet mehr als anonyme Ware. Deutlicher wird es bei anderen Zutaten: Butter, Nüsse, Früchte und Schokolade schlagen erheblich zu Buche. Deshalb ist der Unterschied bei Feingebäck oft größer als beim Brot, denn dort machen die Zutaten einen viel größeren Anteil aus.

Energie und Ausschuss

Zwei Posten, an die selten jemand denkt. Öfen brauchen viel Energie, sie laufen lange und müssen auf Temperatur gehalten werden, und Kühlung läuft ohnehin durchgehend. Der zweite Punkt ist die Ware, die übrig bleibt. Ein Betrieb, der handwerklich backt, kann nicht beliebig nachproduzieren und muss deshalb eine Menge planen, die er nie exakt trifft. Was am Abend übrig ist, ist bezahlt und nicht verkauft. Diese Differenz steckt zwangsläufig in der Kalkulation, denn anders ließe sich das Sortiment nicht anbieten.

Was Sie fürs Geld bekommen

Rechnen Sie nicht den Preis eines Laibs, sondern was Sie davon haben. Ein kräftiges, gut geführtes Brot ist mehrere Tage genießbar, sättigt anders und wird nicht nach kurzer Zeit weggeworfen. Ein schnell hergestelltes Brot ist billiger und häufig nach kurzer Zeit nicht mehr gut, sodass ein Teil im Müll landet. Wenn Sie das gegenrechnen, verschiebt sich das Bild deutlich. Hinzu kommt, was schwerer zu beziffern ist: Geschmack, ein Betrieb im Ort und Arbeitsplätze in der Nachbarschaft.

Wo Sie sinnvoll sparen

Es gibt Wege, die nichts kosten. Kaufen Sie die Menge, die Sie brauchen, und frieren Sie ein, was übrig ist. Wählen Sie kräftige Roggenbrote, wenn es länger halten soll, denn sie sind die haltbarsten. Nutzen Sie vergünstigte Ware am späten Nachmittag. Und kaufen Sie ganze Laibe statt geschnittener Ware, denn ungeschnitten hält Brot deutlich länger. Diese vier Punkte senken Ihre Ausgaben spürbar, ohne dass Sie auf handwerkliches Brot verzichten müssten.

Fazit

Der Preis handwerklichen Brotes entsteht aus Zeit, Arbeit, Rohstoffen, Energie und Ausschuss, und Zeit ist der größte Posten. Sie lässt sich nur durch Technik ersetzen, und das schmeckt man. Rechnen Sie nicht den Preis, sondern was Sie tatsächlich davon essen, und sparen Sie über Menge, Sortenwahl und Einfrieren statt über die Herkunft.

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