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Zusatzstoffe und Backmittel: Was im Teig sonst noch stecken kann

Backmittel sind Mischungen, die Teige berechenbar machen: Sie sichern Volumen, gleichmäßige Krume, Bräunung und Standfestigkeit, und sie gleichen Schwankungen im Mehl aus. Sie sind zugelassen und in der Sache nicht per se bedenklich. Wichtig ist ihre Funktion: Sie ersetzen weitgehend das, was sonst die Zeit leisten würde. Wo viel davon nötig ist, fehlt meist Teigreife.

Was Backmittel bewirken

In einer solchen Mischung stecken je nach Zweck verschiedene Bestandteile. Enzyme übernehmen Aufgaben, die sonst während einer langen Reifezeit ablaufen würden, etwa den Abbau von Stärke. Emulgatoren machen die Krume weicher und halten sie länger geschmeidig. Oxidationsmittel oder Ascorbinsäure stärken das Klebergerüst, sodass der Teig mehr Gas hält. Malz liefert Zucker für Bräunung und Geschmack. Fette und Quellstoffe verändern die Verarbeitung. Zusammen ergibt das einen Teig, der zuverlässig funktioniert, auch wenn er kaum Zeit bekommt.

Warum sie eingesetzt werden

Der Grund ist selten böse Absicht, sondern Praxis. Mehl ist ein Naturprodukt und schwankt von Ernte zu Ernte. Ein Betrieb, der jeden Tag dasselbe Ergebnis liefern muss, hat ein Interesse daran, diese Schwankung auszugleichen, und dafür sind Backmittel ursprünglich gedacht. Der zweite Grund ist Zeit: Wo Ware schnell und in großen Mengen verfügbar sein muss, ist eine lange Führung nicht darstellbar, und die Mittel schließen die Lücke. Auch handwerkliche Betriebe nutzen deshalb gelegentlich kleine Mengen.

  • Enzyme ersetzen Vorgänge der Teigreife
  • Emulgatoren halten die Krume weich
  • Ascorbinsäure stärkt das Klebergerüst
  • Malz sorgt für Farbe und Geschmack
  • Viel davon deutet auf wenig Zeit hin

Was deklariert werden muss

Hier wird es für Verbraucher unübersichtlich. Bei verpackter Ware muss ein Zutatenverzeichnis vorhanden sein, bei loser Ware an der Theke gelten andere Regeln, und über Allergene ist ohnehin Auskunft zu geben. Hinzu kommt, dass bestimmte Stoffe als technische Hilfsstoffe gelten und im Enderzeugnis keine Wirkung mehr entfalten, weshalb sie nicht in derselben Weise auftauchen. Für Enzyme gelten eigene Regelungen. Das Ergebnis ist, dass die Zutatenliste nicht alles zeigt, was im Ablauf verwendet wurde. Fragen Sie deshalb direkt im Betrieb, wenn es Ihnen wichtig ist.

Wie Sie es am Gebäck merken

Sie können es nicht sehen, aber Sie können es schmecken und über die Zeit erkennen. Ein Gebäck, das sehr gleichmäßig geport ist, watteartig weich bleibt und dennoch wenig Geschmack hat, ist typischerweise schnell geführt. Ein Gebäck, das frisch überzeugt und nach kurzer Zeit zäh wird, ebenfalls. Umgekehrt zeigt ein lange geführtes Gebäck eine unregelmäßige Porung, kräftigen Geschmack und hält sich. Die Zeit ist der Prüfstein, den kein Mittel vollständig nachbilden kann.

Was das für die Bewertung heißt

Backmittel sind kein Skandal, sondern ein Werkzeug, und die Frage ist, wofür sie eingesetzt werden. Ein kleiner Ausgleich für schwankendes Mehl ist etwas anderes als ein System, in dem Zeit vollständig durch Technik ersetzt wird. Für Sie als Kundin oder Kunde ist die praktische Konsequenz einfach: Wer wenig davon möchte, sucht einen Betrieb, der lange führt, und fragt nach. Und wer gesundheitliche Fragen zu bestimmten Stoffen hat, klärt sie ärztlich und nicht an der Theke.

Die richtige Frage im Laden

Fragen Sie nicht nach Zusatzstoffen, denn diese Frage ist zu unbestimmt und führt oft zu einem reflexhaften Nein. Fragen Sie stattdessen nach der Teigführung: wie lange der Teig ruht, ob über Nacht geführt wird, ob mit Vorteig oder Sauerteig gearbeitet wird. Wer lange führt, braucht wenig Mittel, und das ergibt sich aus der Antwort von selbst. Betriebe, die stolz auf ihre Führung sind, erzählen ausführlich davon, und genau das ist die Auskunft, die Sie suchen.

Fazit

Backmittel sichern Volumen und Gleichmaß und ersetzen dabei weitgehend die Teigreife. Sie sind zugelassen und nicht per se bedenklich, aber sie sind ein Indikator für fehlende Zeit. Da die Kennzeichnung bei loser Ware begrenzt ist, hilft nur die Frage nach der Teigführung. Wenn Sie sich um einzelne Stoffe gesundheitlich sorgen, gehört diese Frage in eine ärztliche Praxis und nicht hinter die Theke.

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